ALFRED DöBLIN

EINE DEUTSCHE REVOLUTION – NOVEMBER 1918

Szenische Langzeitlesung

„Das müsste eine merkwürdig verpanzerte Schildkröte von Mensch sein, dem heute nicht der Staat, die Gesellschaft, die Politik bis ins Haus und unter die Haut kriechen!“ Es war der Arzt und Schriftsteller Alfred Döblin, der diese Worte in einem Rundfunkvortrag 1946 wählte. Zum befreiten Aufatmen nach Kriegsende gesellten sich neben hoffnungsfrohem Erneuerungsfuror auch Verdrängung, Traumata und Verpanzerung. Als Exilant, zunächst in Frankreich, dann in den USA, hatte Döblin sich in einem mehrbändigen Erzählwerk »zwischen Himmel und Hölle« Deutschland nach Ende des Ersten Weltkrieges genähert, genauer: der kurzen Spanne vom November 1918 bis zum Januar des darauffolgenden Jahres. Döblin vermittelt ein sinnlich konkretes Bild dafür, wie es sich anfühlt, als Kriegsheimkehrer, mit körperlichen und seelischen Verwundungen, in eine Gesellschaft zurückzukommen, die erdrutschartig in Veränderung begriffen ist. Das wird auch für die Dagebliebenen spürbar. Für alle stellt sich die Frage: Wo ist mein Platz in dieser künftigen Gesellschaft und wie soll sie überhaupt aussehen? Welchen Handlungsspielraum hat „das Volk“? Die Verantwortlichkeit der Politiker in diesen fragilen Zeiten ist enorm und zeitigt fatale Folgen, wenn es letztlich nur um Macht(erhalt) geht.

Die Szenische Langzeitlesung im Oktober, Dezember 2018 und Februar, April, Juni 2019

DATUM / ZEIT

14.10.2018 - 19:30 Uhr

ORT

Rudolf-Oetker-Halle
Lampingstraße 16
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 - 51-21 87
www.rudolf-oetker-halle.de

VERANSTALTER

Theater Bielefeld
Brunnenstraße 3-9
33602 Bielefeld
05 21 51-2502

info@theater-bielefeld.de

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