#MEHRALSDAGEGEN | SCHüLERPROTESTE DER 68ER-ZEIT

Welche Rolle spielten Schüler in der "1968er-Bewegung"? Dieser Frage geht die Ausstellung „#mehralsdagegen. Schülerproteste der 68er-Zeit“ nach. Die Ausstellung, ist im Museum Hexenbürgermeisterhaus, Lemgo, zu sehen. Sie nimmt die Veränderungen der Schul- und Jugendkultur und deren politische Anliegen seit Mitte der 1960er Jahre in den Blick.

Sie waren dagegen und manchmal auch mehr als dagegen: die Schüler am Ende der 1960er-Jahre, die auf die ein oder andere Weise etwas verändern wollten, an ihrer Schule, in ihren Elternhäusern, in ihrem Alltag. „Die Schülerbewegung war weitaus mehr als ein Abklatsch der Studentenbewegung“, erläutert Christiane Cantauw von der Volkskundlichen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die sich mit Studierenden der Kulturanthropologie während eines zweisemestrigen Praxisprojektes mit Schülerprotestbewegungen in Westfalen beschäftigt hat.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die Bandbreite der Proteste, sie fragt auch nach, was aus den Auf- und Ausbrüchen der Schüler geworden ist. Nach „68“ waren die Schule und der Alltag nicht mehr dieselben: Die Schüler hatten sich mehr Mitspracherechte in der Schülervertretung (SV) ertrotzt, ein Kurssystem ersetzte in der Oberstufe die alte Klassenstruktur (ab 1972), junges Lehrpersonal führte neue Unterrichtsmethoden ein, Sexualkunde und NS-Zeit wurden im Unterricht besprochen, Mädchen wurden Schulsprecherinnen, trugen Hosen und Miniröcke und was die Erwachsenen sagten, wurde nicht mehr widerspruchslos akzeptiert.
Sie zeigt auch anhand von Beispielen aus Coesfeld, Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis), Herford, Dülmen, Lemgo (Kreis Lippe) und Siegen die Aus- und Aufbrüche der Jugendlichen, und sie thematisiert die gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit.

DATUM / ZEIT

08.06.2018 bis 16.09.2018

ORT

Museum Hexenbürgermeisterhaus
Breite Str. 17-19
32657 Lemgo
museen@lemgo.de

VERANSTALTER

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim
Gernheim 12
32469 Petershagen
05707 / 9 31 10