HOMMAGE
KARL AMADEUS HARTMANN – SYMPHONIE NR. 5 »SYMPHONIE CONCERTANTE«
IGOR STRAWINSKY – KONZERT IN D FÜR VIOLINE UND ORCHESTER
JOSEPH HAYDN – SYMPHONIE NR. 92 G-DUR »OXFORD« HOB. I:92
»Unser Jahrhundert verdankt es im Wesentlichen diesem Meister, dass die Musik aus ihrer spätromantischen Sinnverdunklung und Vermischung mit anderen Künsten wieder
zu ihrer ursprünglichen Reinheit zurückgekehrt ist. Der elementare Rhythmus von Strawinskys Frühwerken hat bereits ein Stück Musikgeschichte gemacht«, schrieb Karl Amadeus Hartmann
zum 80. Geburtstag Strawinskys am 17. Juni 1962.>> mehr
Zwölf Jahre zuvor hatte er seiner Verehrung durch eine musikalische Hommage Ausdruck verliehen: Seine 5. Symphonie, ein Bravourstück für Bläser, bezieht sich qua Untertitel
Symphonie concertante auf eine frühklassische Mode zu Zeiten Haydns und nimmt zugleich jenen fröhlichen Gauklerklang auf, wie ihn Igor Strawinsky etwa in seinem Ballett Petruschka
geprägt hat.
Hartmann überschreibt seinen zweiten Satz mit Hommage à Strawinsky, und tatsächlich finden sich zahlreiche Korrespondenzen mit dessen Violinkonzert in D, das 1931 entstand,
also mitten in der klassizistischen Phase Strawinskys. Dieses spielt mit auskomponierten Trillerfiguren über dem signifikanten motorischen Rhythmus, serviert Walzerfragmente und jongliert
mit Formprinzipien klassischer Symphoniesätze.
Joseph Haydns Symphonie Nr. 92 ist trotz ihres Beinamens Oxford nicht in den so ertragreichen Londoner Jahren nach 1790 entstanden, sondern gilt als die schönste der letzten
»kontinentalen« Symphonien vor dieser Reise. Sie erhielt ihren Namen, weil Haydn sie in England aufführte, als man ihm die Ehrendoktorwürde der berühmten Universität verlieh.<< ausblenden
VIOLINE: ALEXANDER GILMAN
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
1. FREITAGSKONZERT: 25. SEPTEMBER 2009 – 20.00 UHR
1. SONNTAGSKONZERT: 27. SEPTEMBER 2009 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
… UND ICH BIN ERREGT WIE DAS MEER
ARNOLD SCHÖNBERG – VIER LIEDER FÜR GESANG UND ORCHESTER OP. 22
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY – OUVERTÜRE ZU »DAS MÄRCHEN VON DER SCHÖNEN MELUSINE« OP. 32
ALEXANDER ZEMLINSKY – »DIE SEEJUNGFRAU«, FANTASIE FÜR ORCHESTER
Die Tiefen der Ozeane mit ihren teils unheimlichen Bewohnern haben von jeher menschliche Ängste geschürt und damit ausschweifender Fantasie Vorschub geleistet.
In der literarischen Gestalt der Meerjungfrau verbinden sich Männerfantasien mit Mädchenträumen, trifft Tiefenpsychologisches auf Naturverbundenheit, hat die
menschliche Sehnsucht eine Hintertür in die Romantik.>> mehr
Gegenbesuche auch hier: Wo Ludwig Tiecks Melusine sich zu den Menschen hingezogen fühlt und ein bürgerlich – trockenes Eheleben mit dem Ritter Lusignan beginnt,
der ihr nur jährlich Zeit für einen wässrigen Heimaturlaub gewähren muss, da kann Hans Christian Andersens Kleine Seejungfrau ihren Traumprinzen gleich in ihrem
Element empfangen, wo er mit einem Schiff unterzugehen beliebt.
Mendelssohn Bartholdy nahm sich Tiecks und Alexander Zemlinsky Andersens Märchenversion an, um die
Herzensnot der Wasserfrau in Töne zu schmelzen. Zemlinsky stellte dem Wiener Publikum 1905 seine Seejungfrau vor, sein bedeutendstes Instrumentalwerk aus dieser Phase,
das alle Register der spätromantischen Farbpalette zieht.
Mendelssohn sah 1833 Conradin Kreutzers Oper Melusine in Berlin, deren Musik ihm ebenso miss – wie das Sujet gefiel,
sodass er kurzerhand selbst eine Ouvertüre hierzu komponierte.
Einen großen Schritt weiter ging Arnold Schönberg, und das nicht nur in puncto musikalischer Gestaltung:
Seine Orchesterlieder op. 22 nach Gedichten von Rilke und Dowson sind Paradestücke des Expressionismus.<< ausblenden
MEZZOSOPRAN: ULRIKE SCHNEIDER
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
2. FREITAGSKONZERT: 30. OKTOBER 2009 – 20.00 UHR
2. SONNTAGSKONZERT: 1. NOVEMBER 2009 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
LOVE HURTS
GEORGES BIZET – »JEUX D'ENFANTS«, PETITE SUITE D'ORCHESTRE
MIKE SVOBODA – »LOVE HURTS – CARMEN REMIX« FÜR POSAUNE UND ORCHESTER
PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKY – SYMPHONIE NR. 5 E-MOLL
Der Weltruhm Georges Bizets fußt fast nur auf einem Werk, der Oper Carmen. Dass es auch bei Bizet nicht immer um Liebe, Tod und Leidenschaft ging und
er nicht nur für das Theater Werke von großer Delikatesse schreiben konnte, beweisen seine (wenigen) Orchesterwerke. Unter diesen zählen die Jeux d'enfants
zu den unbekannteren. Bizet hat sie 1871 zunächst als 12-sätzige-Klavier Suite à la Schumann komponiert und fünf Sätze daraus dann 1873 mit großem Erfolg
für Orchester gesetzt.>> mehr
Dass ein solch wacher, Musik und Gesellschaft mit humorvoll-kritischem Auge beobachtender Komponist wie Mike Svoboda sich einmal des Themas Carmen annimmt,
überrascht kaum. In seinem Carmen Remix, das der renommierte Posaunist 2003 für sich selbst als Solisten geschrieben hat, geht es gleichwohl um mehr als um eine
weitere »Verarbeitung« der berühmten Melodien aus der Oper. Es ist ein im besten Sinne karnevaleskes, selbstironisches Spiel mit den Phänomenen »Solist« und
»Orchester«, in dem es sogar ein Solo für den Dirigenten gibt.
Allen sauertöpfischen Verleumdungen zum Trotz: Tschaikowskys fünfte Symphonie ist eines der berührendsten symphonischen Werke, die jemals geschrieben wurden,
und keineswegs Kitsch. Tschaikowsky hat sich in diesem Werk einfach nur noch weniger als sonst gescheut, seine Gefühle in großes »musikalisches Kino« von ungeheurer
Bildkraft zu verwandeln. Ein lyrisch-dramatisches Seelengemälde, das übrigens auch formal ganz vollendet gebaut ist.<< ausblenden
POSAUNE: MIKE SVOBODA
MUSIKALISCHE LEITUNG: LEO SIBERSKI
3. FREITAGSKONZERT: 11. DEZEMBER 2009 – 20.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
WALZER.FIEBER
JOHANN STRAUß – »KAISERWALZER« OP. 437
MAURICE RAVEL – KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER D-DUR
FRANZ LEHÁR – »FIEBER.« SYMPHONISCHE TONDICHTUNG FÜR TENOR UND ORCHESTER
MAURICE RAVEL – »LA VALSE«. POEME CHOREOGRAPHIQUE
»Der Kongress tanzt.« Dieses geflügelte Wort scheint die politische Bedeutung des Wiener Kongresses um 1815 zu verharmlosen.
Die entscheidende Information liegt im unausgesprochenen Zusatz »... Walzer«, denn dieser Tanz startete beim Wiener Kongress seine Weltkarriere.
Seitdem gilt er als Markenzeichen der letzten Phase des habsburgischen Kaiserreiches, woran der »Walzerkönig« Johann Strauß (Sohn) erheblichen Anteil hatte.>> mehr
Die politische Tragweite dieser Musik haben indes andere erkannt, etwa Maurice Ravel, der mit La Valse einen von Schreckensvisionen durchsetzten Abgesang auf das
untergegangene Kaiserreich nach der Katastrophe des I. Weltkriegs schrieb. Mit ähnlichen Mitteln schilderte der als Operettenkomponist bekannt gewordene Franz Lehár
Kriegserlebnisse seines Bruders in der symphonischen Tondichtung Fieber: »Der Hörer wird Zeuge einer auskomponierten Filmszene, in der der Tenor sämtliche Rollen übernimmt«,
schrieb ein Biograf.
Ebenfalls infolge des Krieges entstanden eine ganze Reihe von Kompositionen, die an sich ein Kuriosum darstellen: Der Pianist Paul Wittgenstein hatte im Gefecht
seinen rechten Arm eingebüßt, wollte aber seinem Beruf weiterhin nachgehen. Er beauftragte Komponisten wie Sergej Prokofjew, Paul Hindemith, Erich Wolfgang Korngold und Maurice Ravel,
Konzerte für ihn zu schreiben. Ravels D-Dur-Klavierkonzert für die linke Hand ist ein in jeder Hinsicht dankbares Virtuosenstück, das bei allen zirzensischen Effekten musikalische
Tiefe besitzt.<< ausblenden
KLAVIER: DAVID JALBERT
TENOR: JÜRGEN MÜLLER
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
4. FREITAGSKONZERT: 15. JANUAR 2010 – 20.00 UHR
3. SONNTAGSKONZERT: 17. JANUAR 2010 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
BESCHWÖRUNGEN
FRANZ SCHUBERT / LUCIANO BERIO – »RENDERING« FÜR ORCHESTER
ROBERT SCHUMANN – KONZERT FÜR VIOLINE UND ORCHESTER D-MOLL OP. POSTH.
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY – SYMPHONIE NR. 5 D-MOLL OP. 107
»Als ich an Schuberts Entwürfen arbeitete, setzte ich mir das Ziel, jenen modernen Restaurierungskriterien zu folgen, die bestrebt sind, alte Farben neu zu beleben, aber ohne die
von der Zeit angerichteten Schäden zu verbergen...« schrieb Luciano Berio über Rendering. Er verband 1989/90 die Entwürfe zu Schuberts 10. Symphonie D-Dur (D936a), indem er ein Gewebe
hineinkomponierte, das als fernes Echo betrachtet werden kann.>> mehr
Robert Schumanns 200. Geburtstag ist ein willkommener Anlass, um das selten gespielte Violinkonzert D-Moll vorzustellen. Nachdem der 22-jährige Geiger Joseph Joachim es 1853 bei
Schumann bestellt hatte, geriet es in einen Strudel von Missverständnissen und Verstümmelungen, der bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine angemessene Rezeption verhinderte.
Yehudi Menuhin erkannte seinen Wert:»Es ist die Brücke zwischen den Konzerten von Beethoven und Brahms, auch wenn es etwas mehr zu Brahms tendiert. Tatsächlich findet man in beiden
dieselbe menschliche Wärme und kühnen männlichen Rhythmen, dieselben reichen und edlen Themen und Harmonien.«
Felix Mendelssohn Bartholdy beschwor mit seiner »Symphonie zur Feier der Kirchen-Revolution« das 300-jährige Jubiläum des Augsburgischen Bekenntnisses von 1530 herauf,
gleichsam der »Gründungsurkunde« der protestantischen Kirche, zu der sich der getaufte Jude Mendelssohn bekannte. In der Reformations-Symphonie, die erst posthum veröffentlicht wurde,
finden sich der Luther – Choral Ein' feste Burg sowie das Dresdner Amen wieder, das bei Richard Wagner zum Gralsmotiv in Parsifal mutierte – Inbegriff musikdramatischer Beschwörung.<< ausblenden
VIOLINE: INGOLF TURBAN
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
5. FREITAGSKONZERT: 19. FEBRUAR 2010 – 20.00 UHR
4. SONNTAGSKONZERT: 21. FEBRUAR 2010 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
BRÜCKENSCHLÄGE
EUGENE YSAYE – »EXIL!« POEME SYMPHONIQUE OP. 25
SERGE KOUSSEVITZKY – KONZERT FÜR KONTRABASS UND ORCHESTER FIS-MOLL OP. 3
CÉSAR FRANCK – SYMPHONIE D-MOLL
Der Belgier Eugène Ysaÿe war als Geigenvirtuose eine unangefochtene Größe. Er war »die Geige selbst«, wie ein Kollege einmal sagte.
Doch Ysaÿe beherrschte auch das kompositorische Handwerk, das er sich weitgehend autodidaktisch aneignete. Im Umkreis von Franck und Fauré,
aber auch beeinflusst von Wagner, komponierte er naturgemäß vornehmlich für die Geige.>> mehr
Exil von 1917 ist ein Unikum, schrieb Ysaÿe das Stück doch für
ein Streichorchester ohne Celli und Kontrabässe. Diese schwebend – melancholische Musik mag seine damalige Befindlichkeit versinnbildlichen: Im amerikanischen
Cincinnati fühlte er sich einsam, konnte mit seinem europäischen Musikverständnis nicht Fuß fassen.
Auch der russisch – amerikanische Dirigent und Kontrabassist Serge Koussevitzky war im ersten Beruf ausübender Musiker, auch er verbrachte einen großen Teil seines
schöpferischen Lebens in den USA, und auch er komponierte in erster Linie für »sein« Instrument. Sein Konzert in Fis – Moll ist nicht nur ein Muss für jeden Kontrabassisten,
sondern zeigt endlich auch einmal, welchen farblichen und melodischen Reichtum der »Elefant« unter den Orchesterinstrumenten zu erzeugen imstande ist.
César Franck war ein spät Berufener, seine wichtigsten Werke schrieb er erst jenseits der fünfzig. Dabei nimmt die D-Moll-Symphonie eine Ausnahmestellung ein:
Eigenwillig schon in der dreisätzigen Form – die Einleitung des Kopfsatzes erklingt gleich zweimal in verschiedenen Tonarten, das traditionelle Scherzo ist in
den langsamen Mittelsatz integriert – entfaltet er eine lyrisch – erzählende Symphonik, in der Beethovens Erbe und Wagners fließende Klänge mit bezwingender
Intensität zusammenkommen, ohne dass die Musik auch nur in einer Sekunde epigonal klingt.<< ausblenden
KONTRABASS: NABIL SHEHATA
MUSIKALISCHE LEITUNG: N.N.
6. FREITAGSKONZERT: 12. MÄRZ 2010 – 20.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
FINIS. NON FINIS
GYÖRGY KURTÁG – »GRABSTEIN FÜR STEPHAN« FÜR GITARRE UND GRUPPEN VON INSTRUMENTEN, OP. 15C
WOLFGANG AMADEUS MOZART – KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER D-MOLL KV 466
ANTON BRUCKNER – SYMPHONIE NR. 9 D-MOLL
Trauer und Tod gehören seit je zu den großen Themen der Musik. Dem Unfassbaren eine Sprache zu geben, Visionen eines Jenseits zu entwickeln, Verzweiflung und Trost
zu formulieren – dies alles hat Komponisten zu allen Zeiten zu Meisterwerken inspiriert. Dabei hat die Ahnung des eigenen Todes vielen Kompositionen aus »letzter Zeit«
ihren eigenen, bisweilen fremdartigen »Ton« verliehen.>> mehr
So etwa Bruckners unvollendeter 9. Symphonie, die er dem »lieben Gott« widmete: Auch wenn der Komponist zehn Jahre
an ihr arbeitete, sind doch besonders der zweite und dritte Satz in ihrer kühnen Expressivität ohne solche Grenzerfahrung nicht vorstellbar.
Im Alter von 30 Jahren befiel den Ungarn György Kurtág eine tiefe Schaffenskrise, aus der ihn die Psychologin Marianne Stein befreien konnte. Grabstein für Stephan ist
deren Mann gewidmet, dem Kurtág sehr nahe stand. Ihre ruhige Kraft gewinnt die Musik aus den leisen Impulsen der Gitarre, aus denen sich im Orchester ein subtiler Trauermarsch entwickelt.
Bedenkt man, dass Mozart sein D-Moll-Klavierkonzert mit 29 Jahren schrieb, mag man kaum von Todesahnungen sprechen. Die Musik indes lässt anderes vermuten:
Das unheimliche Grollen des Beginns, die dunkle Dramatik des Kopfsatzes und die apokalyptischen Einbrüche in der Romanze sind Momente, in denen Mozart die Konventionen
des Konzertanten weit hinter sich lässt und den Hörer in die Tiefen persönlichsten Ausdrucks führt.<< ausblenden
GITARRE: THOMAS MÜLLER-PERING
KLAVIER: DENYS PROSHAYEV
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
7. FREITAGSKONZERT: 9. APRIL 2010 – 20.00 UHR
5. SONNTAGSKONZERT: 11. APRIL 2010 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
KLASSIK-FORUM
WOLFGANG AMADEUS MOZART – »GRAN PARTITA« B-DUR KV 361 (370A)
JOSEPH HAYDN – KONZERT FÜR VIOLONCELLO UND ORCHESTER C-DUR HOB. VIIB:1
LUDWIG VAN BEETHOVEN – SYMPHONIE NR. 3 ES-DUR OP. 55 »EROICA«
Ein Gipfeltreffen der Wiener Klassik: Vor dem großen Finale mit Mahler widmet Peter Kuhn ein ganzes Konzert den Komponisten, ohne die alles anders gelaufen wäre.
Alle drei Werke sind Musterbeispiele für die spezielle Genialität ihrer Schöpfer:>> mehr
Mozart zaubert in seiner siebensätzigen Serenade für 12 Bläser und Kontrabass aus dem
ungewöhnlichen Klangkörper (mit vier Hörnern und Bassetthorn) eine ungemein weiche, »serenadenhafte« Anmut und gibt dem Stück zugleich symphonischen Atem.
Dieser Gran Partita aus dem Jahr 1781 gebührt zweifellos die Krone der mozartschen Bläsermusik.
In seinem C-Dur-Cellokonzert zeigt Haydn wieder einmal, dass es keiner halsbrecherischen Virtuosität bedarf, um ein perfektes Solokon-zert zu schreiben: In jeder Faser
geschmackvoll, mit dem typisch haydnschen Witz versehen und dem Instrument absolut auf den Leib »geschneidert« ist dieses Konzert harmonisches Gleichmaß pur.
Was man von der Eroica nicht unbedingt behaupten kann: Wie ein Sturmwind fuhr Beethovens Dritte in die musikalische Landschaft seiner Zeit, sprengte mit einem Schlag
sowohl die formalen als auch die inhaltlichen Dimensionen dessen, was »Symphonie« bis dahin bedeutete. Die ursprünglich geplante, dann aber widerrufene Widmung an Napoleon
Bonaparte ist nur äußeres Zeichen einer Auffassung, die Musik als Bekenntnis begreift: Wer hört im geradezu heißen Tonfall und in der unbändigen Energie dieser Musik nicht den
Willen zum Aufbruch, zur tatkräftigen Gestaltung des eigenen Schicksals?<< ausblenden
VIOLONCELLO: NIKOLAS ALTSTAEDT
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
8. FREITAGSKONZERT: 28. MAI 2010 – 20.00 UHR
6. SONNTAGSKONZERT: 31. MAI 2010 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE
MAHLER VIII
»Können Sie sich eine Symphonie vorstellen, die von Anfang bis Ende durchgesungen wird? Es ist doch eigentlich merkwürdig, dass niemand bisher auf diese Idee verfallen ist – es ist doch
das Ei des Kolumbus, die Symphonie an sich, in der das schönste Instrument, das es gibt, seiner Bestimmung zugeführt wird ...«, schrieb Gustav Mahler seinem Biografen Richard Specht.
Mahlers Achte, die Symphonie der Tausend, ist wahrhaft ein Unikat in der Musikgeschichte, vorbereitet von Beethovens Neunter.>> mehr
Im bis dahin unerhörten Jubel des Hymnus Veni, creator spiritus
(»Komm, Schöpfer Geist«) und dem zweiten Teil, der scheinbar ganz heterogenen »Antwort« hierauf, der Schlussszene aus Goethes Faust II, steigert sich die in allen Mahler-Symphonien
omnipräsente Weltanschauung zu einer gewaltig dimensionierten, gleichwohl mystischen Suche nach den letzten Dingen. »Es ist das Größte, was ich bis jetzt gemacht. Und so eigenartig in Inhalt
und Form, dass sich darüber gar nicht schreiben lässt. – Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten
und Sonnen, welche kreisen«, so Mahler 1906 an Willem Mengelberg.
Peter Kuhns Abschiedskonzert als Bielefelds Generalmusikdirektor vereint Sängerscharen aus mehreren Bielefelder Chören mit Solisten und Chören des Theater Bielefeld, außerdem »sein«
neues Orchester, die Bergischen Symphoniker, mit den Bielefelder Philharmonikern – Gegenbesuch erwünscht!<< ausblenden
MUSIKALISCHE LEITUNG: PETER KUHN
9. FREITAGSKONZERT: 9. JULI 2010 – 20.00 UHR
7. SONNTAGSKONZERT: 11. JULI 2010 – 11.00 UHR
RUDOLF-OETKER-HALLE