Kulturführer Ostwestfalen-Lippe

Kulturführer OWL 2009/10:
Bielefeld/Mobiles Theater

BENGT AHLFORS

DIE LETZTE ZIGARRE

Pensionierung und das war's? Ragnar ist Schuldirektor im Ruhestand und unzufrieden. Die labile Gesundheit verbietet Zigarrerauchen und Alkohol, 42 Jahre Ehe haben Lust und Leidenschaft ausgetrocknet. Wohin mit den nicht ausgelebten Gefühlen und Begierden? Ragnar startet ein Experiment, das gut gehütete Sehnsüchte und Geheimnisse einer Beziehung aufdeckt – das aber auch ihn, seine Frau Anneli und Pastorenfreund Helge in ungeahnte, rabenschwarz peinliche Situationen bringt.>> mehr
Schließlich erweist sich, dass es nie zu spät ist, sein Leben in die Hand zu nehmen. Ragnars Biologen-Motto bewahrheitet sich endlich auch für ihn: Nur die zahmen Vögel verspüren die Sehnsucht. Die wilden fliegen.
Der Autor Bengt Ahlfors lebt in Helsinki. Er gehört zur schwedisch-sprachigen Minderheit in Finnland und hat über dreißig Theaterstücke geschrieben, von denen die meisten im schwedischsprachigen Lilla Teatern in Helsinki uraufgeführt wurden, wobei es »Die letzte Zigarre« auf hundertfünfzig Vorstellungen in einer Spielzeit brachte.<< ausblenden

WIEDERAUFNAHME: 2. OKTOBER 2009

MOBILES THEATER BIELEFELD

PIERRE SAUVIL

SCHWARZGELD FÜR WEIßE TAUBEN

Der populäre französische Finanzminister hat ein Problem: Er hat Geld gewaschen. Die Aufzeichnungen und Belege dafür befinden sich leider in der Hand seines besten Freundes, des Abgeordneten Bouladon. Dieser erscheint eines Morgens in seinem Ferienhaus und verlangt von dem Minister, mit dessen Frau eine ausgedehnte Urlaubsreise zum Zweck – na was schon – unternehmen zu dürfen, sonst …>> mehr
Der Erpresste sucht viele Auswege, um seine Frau und seine Ehre vor dem unmoralischen Ansinnen zu schützen. Er heuert seinen Geheimdienst in Form einer verflossenen Liebschaft Agathe an. Alles geht schief. Als er letzen Endes versucht, seine Frau um der Ehre Frankreichs willen zur halbseidenen Beziehung mit Bouladon zu überreden, erfährt er eine große Überraschung.
Dem Bühnenautor Sauvil gelingt es, die vielen aktuellen erotischen Techtelmechtel unserer Politiker auf einen Nenner zu bringen. Moral ist verkäuflich, aber die Preise sind inzwischen inflationär.<< ausblenden

WIEDERAUFNAHME: 31. DEZEMBER 2009

MOBILES THEATER BIELEFELD

AUGUSTO BOAL

MIT DER FAUST INS OFFENE MESSER

Sechs Personen unterschiedlicher sozialer Herkunft befinden sich auf der Flucht. Ort: Südamerika. Zeit: Militärputsch in Chile (1973). Die einen hatten einen Botschafter entführt, andere hatten in der Gewerkschaft subversiv gearbeitet und wieder andere mit verbotenen Organisationen zusammengearbeitet. Es ist ein Weg ohne Ziel, ein Flüchtlingsweg. In einem Versteck sitzen sie aufeinander und zerstören ihre Identität.>> mehr
Paulo, der Sänger politischer Lieder, will die Menschen wachrütteln, aber er kämpft mit dem Kopf gegen die Wand, rennt mit der Faust ins offene Messer.
Der Doktor ist Zyniker geworden. Seine junge Frau kann den Verlust von Ansehen und Wohlstand nicht ertragen. Mit nymphomaner Begierde mischt sie die anderen Männer auf.
Maria hat den Tod und die Folter in den Gefängnissen nicht vergessen und kann die Liebe nicht finden. Die Verzweiflung blüht mit der Hoffnung auf Rettung durch eine internationale Hilfsorganisation. Auswandern nach Schweden oder Grönland oder zurückgehen in die Gefängnisse der Diktatoren?
Augusto Boal (1931-2009) hat das Exil selbst erlebt. Dieses von seinen Stücken am meisten gespielte erzählt authentische Geschichten. Es ist die Zeit des Aufbegehrens gegen die Diktaturen in Brasilien, Chile, Argentinien, Paraguay, Bolivien, die Zeit der Revolutionäre, die Zeit des Che Guevara. Die Zeit der Waffen und Kämpfe, die Zeit des Scheiterns. Das Stück aus dem Jahre 1978 wurde komplett musikalisch bearbeitet. Alle Dialoge und Liedtexte wurden in Gesangsszenen, Chöre und Ensembles übertragen. – Ein kleines Orchester aus drei Bläsern, drei Streichern, Klavier und viel Percussions vermittelt latin Groove.<< ausblenden

PREMIERE: 12. FEBRUAR 2010

MOBILES THEATER BIELEFELD

Abbildung

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